Die Passiva – Artikelserie

Die Passiva – Artikelserie

Nach den Aktiva in dem letzten Beitrag kommen wir heute zu deren Gegenstück, den Passiva. Diese geben Auskunft über die Mittelherkunft und erlauben daher einen Einblick in und eine Beurteilung der Finanzierung des Unternehmens.

Dieser Beitrag ist Teil der Artikelserie Einstieg Bilanzanalyse. In dieser Serie erkläre ich Schritt für Schritt, wie man eine Bilanz liest.

Sämtliche in den Aktiva geführten Gelder müssen natürlich auch irgendwie in das Unternehmen eingezahlt werden und somit auch jemandem gehören. Um diese Besitzverhältnisse klar darzulegen existieren die Passiva, welche auch Passivseite genannt werden.

Ein Grundprinzip hinter dieser Aufstellung ist, dass die Gesamtsumme der Aktiva genau der Gesamtsumme der Passiva entspricht. Das dies so gelten muss ist recht einfach zu sehen, da sämtliche vorhandene Mittel eines Unternehmens irgendwo her kommen müssen und umgekehrt auch sämtliche eingezahlte Mittel irgendwie verwendet werden müssen. Man bezeichnet diese einzelnen Summen auch als die Bilanzsumme.

Die Grobstruktur der Passiva

Auch die Passivseite weist, genauso, wie die Aktiva, eine Grob- und eine Feinstruktur auf. Die grobe Gliederung dient dazu, die Besitzverhältnisse klar dazulegen. Hierzu ist es besonders wichtig das Fremdkapital von dem Eigenkapital zu trennen, da sich nur so erkennen lässt, welches Kapital den Aktionären zusteht und welches geliehen ist. Aber werfen wir doch einmal einen Blick auf die Gliederung (wieder nach HGB):

A. Eigenkapital: Dies ist der Anteil, der den Besitzern, sprich den Aktionären zusteht und der für die Beurteilung des Unternehmenswert sehr wichtig ist. Das Eigenkapital erhöht sich jedes Jahr um den nicht ausgeschütteten Teil des Jahresgewinns.

B. Rückstellungen: Unter diesem Posten werden Gelder geführt, die für eventuell eintretende Zahlungen vorgehalten werden. Hierbei muss die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt der Zahlung jedoch relativ wahrscheinlich sein. Hierunter können beispielsweise Pensionszahlungen fallen, die ein Unternehmen für die Eigenen Mitarbeiter zugesichert hat. Weitere Punkte wären mögliche Straf- oder Steuerzahlungen, die aktuell noch nicht gesichert sind.

C. Verbindlichkeiten: Dies sind offen Rückzahlungen, die zu einem zukünftigen Zeitpunkt getätigt werden müssen. Der Unterschied zu den Rückstellungen ist hierbei, dass die Zahlungen und der Zeitpunkt definitiv bekannt sind. Hierunter fallen offene Kredite, ausgegebene Anleihen und sonstige Verbindlichkeiten.

D. Rechnungsabgrenzungsposten: Diesem Posten sind wir schon auf Seite der Aktiva begegnet. Auf Seite der Passiva werden aber nicht die im Voraus getätigten Zahlungen aufgeführt, sondern die empfangenen Zahlungen. Hierfür muss das Unternehmen dann später erst die Leistung erbringen.

Hierbei sind A-C die für die Analyse hauptsächlich wichtigen Punkte. Hinter dieser Gliederung steht einmal der Gedanke Eigenkapital (A) von Fremdkapital (B+C) zu trennen und des weiteren das Fremdkapital nach Gewissheit der Auszahlung zu trennen. Daneben gibt es auch bei den Passiva wieder einen zusätzlichen Punkt D (Passive latente Steuern), der für uns von keinem großen Interesse ist und auf den ich hier nicht weiter eingehen möchte.