Steuertipp: Sparerpauschbetrag maximal ausnutzen

Steuertipp: Sparerpauschbetrag maximal ausnutzen

Das Jahr nähert sich mal wieder dem Ende zu. Daher wird es auch wieder Zeit, sich ein wenig um die eigenen Finanzen zu kümmern und einmal Bilanz zu ziehen. Schließlich lässt sich mit der richtigen Verwaltung der angefallenen Gewinne richtiges Geld sparen. Eine Möglichkeit hierzu, ist die vollständige Ausnutzung des Sparerpauschbetrags.

Was ist der Sparerpauschbetrag?

Unter dem Sparerpauschbetrag versteht man eine gewisse Summe von jährlichen Gewinnen an Kapitaleinkünften, die nicht versteuert werden müssen. Die Höhe liegt aktuell für das Jahr 2011 bei 801 € für Einzelpersonen und bei 1602 € bei Ehepaaren. Unter Kapitaleinkünften fallen alle anfallenden Gewinne aus Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen.

Dieser Betrag löste 2009 eine ältere Regelung der Werbungskostenanrechnung ab. Seitdem ist es im Gegenzug aber auch nicht mehr möglich andere Werbungskosten geltend zu machen.

Sparerpauschbetrag effektiv nutzen

Aber wie lässt sich dieser Betrag jetzt am geschicktesten nutzen? Ganz klar, in dem man ihn regelmäßig vollständig ausnutzt. So sollte man wirklich jedes Jahr versuchen diesen Betrag mit seinen Gewinnen vollständig auszuschöpfen, da dieser sich nicht über die Jahre weiter überträgt.

So wird einem die nicht genutzte Differenz zwischen realisierten Gewinnen und der Höhe der Beträge nicht gutgeschrieben und verfällt einfach. Es kann sich daher wirklich lohnen diese vollständig auszunutzen.

Fallen beispielsweise innerhalb von 2 Jahren 1600 € Gewinne an und man hält diese Papiere bis zu dem Ende der 2 Jahre, so muss man diese versteuern. In diesem Fall bedeutet dies, dass man auf die über den Pauschbetrag hinaus gehenden Gewinne Steuern fällig sind. Legt man den normalen Steuersatz von ca. 25% zu Grunde, so müssen von 800€ fast 200 € Steuern bezahlt werden. Dies ist doch eine ganze Menge, nämlich über 12% des Gewinns!

Geht man jetzt aber ein wenig geschickter vor und realisiert jedes Jahr den vollen Betrag, so muss man in diesem Fall überhaupt keine Steuern bezahlen. Ich denke dieses kleine Beispiel zeigt die Wirkungsweise wirklich gut auf und dass einem hier wirklich eine Stange Geld entgehen kann.

Jeder kann sich sicherlich selber überlegen, welche Summen hier mit der Zeit zusammen kommen, wenn man auch die Verzinsung dieser Gelder berücksichtigt. Daher sollte man sich diese geschenkten Gelder auch nicht entgehen lassen und regelmäßig am Ende des Jahres einmal nach den realisierten Gewinnen schauen.

Wie bei nicht realisierten Gewinnen vorgehen?

Jetzt ist es aber bei langfristig investierten Geldern aber nicht immer der Fall, dass in dem aktuellen Fall überhaupt eine Position mit Gewinn verkauft wurde. Schließlich predige ich hier ja auch, dass man sehr langfristig investieren sollte und somit sein Depot über größere Zeiträume nicht ändern sollte.

Dieser Fall bildet somit eine gewisse Ausnahme von dieser Regel und es macht hier definitiv Sinn auch einmal unnötig einen Verkauf zu tätigen. So kann es hier steuerlich Sinn machen eine gut gelaufene Investition in Teilen zu Verkaufen, sofort wieder zu kaufen und somit den Zwischengewinn steuerlich zu realisieren.

Hierbei fallen zwar zusätzliche Orderkosten an, welche aber, sofern noch ein großer Teil des Sparerpauschbetrages nicht ausgeschöpft ist, niedriger sein können als die hierdurch gesparten Steuern. Man muss nur immer darauf achten, dass die Steuervorteile die Orderkosten übersteigen.

Automatisches ausnutzen mit dem Freistellungsauftrag

Zum Schluss habe ich noch einen weiteren kleinen Tipp. Normalerweise ist es so, dass trotz dieser Beitragsgrenze die erhaltenen Gewinne erst einmal komplett versteuert werden müssen. Dies ist natürlich etwas störend, da man dann bis zu der nächsten Steuerabrechnung auf sein Geld warten muss.

All dies lässt sich aber umgehen, wenn man bei seiner Bank einen Freistellungsauftrag stellt. Mit diesem kann die Bank dann verhindern, dass die Gewinne bis zu der Höhe des Sparerpauschbetrages versteuert werden und man somit das Geld sofort wieder zu Verfügung hat.

Dies spart zum einen Arbeitsaufwand, schließlich muss nicht jeder eine Lohnsteuerabrechnung einreichen und zum anderen bekommt man für diesen Zeitraum auch noch Zinsen gutgeschrieben.